Warum wir keinen Partner finden – der Ehe-Vorbereitungskurs

Jemand sehr ehrliches hat zu uns gesagt: “ Wenn wir da aufgehört hätten, wo es sehr schwer war, dann hätten wir so viele schöne Momente verpasst!“

Liebe auf den ersten Blick bis in die Ewigkeit? Viele Menschen sind auf der Suche nach dem idealen Partner, oder dem, der es sein könnte. Ich selbst war das auch lange Zeit und möchte nun von meinen Erfahrungen erzählen.

Ich habe das Gefühl, sobald die Liebe sich abschwächt und man selbst unzufrieden wird, gibt man auf und macht sich auf die Suche nach einem neuen Partner. Vielleicht hat man zu hohe Erwartungen, die dann nicht erfüllt werden?

Nun heirate ich dieses Jahr und ich möchte erzählen wie es dazu kam und wie ich heute auf meine Beziehungen blicke.

Nun, wir befinden uns gerade in einem Ehevorbereitungskurs. Bis dahin wusste ich gar nicht, dass es so was gibt, aber heute bin ich glücklich, dass wir es erleben dürfen. Wozu ist denn ein Vorbereitungskurs werden sich vielleicht manche fragen. Ganz einfach gesagt, er soll uns das Verständnis geben, wozu die Ehe eigentlich da ist und wie man ewig zusammen leben kann. Wir dürfen diesen Kurs machen, allerdings glaube ich, dass es durchaus auch für nicht christliche Paare interessant ist. Denn ich selbst bin auch noch nicht lange im Glauben.

Meine größte Erkenntnis bisher war diese: Wir erleben die Ehe, um uns selbst zu verbessern und an uns zu arbeiten und ein besserer Mensch zu werden.

Das klingt vielleicht ganz logisch, aber bisher war es doch immer so, dass ich eher probiert habe, den Partner zu verbessern statt mich selbst. Das zu erkennen lieferte mir auch den Grund, warum alle Beziehungen vorher scheiterten. Ich ging davon aus, dass mein Partner sich ändern müsste, damit wir eine harmonische Beziehung führen könnten. Natürlich probiert man auch ein wenig an sich selbst zu arbeiten, aber diese Erkenntnis hat mir wirklich sehr geholfen.

Zum anderen regt der Ehekurs zu Gesprächen an, welche man bis dahin vielleicht noch nicht geführt hat. Wann will man Kinder. Wie viele? Wer übernimmt welche Aufgaben im Haushalt? Wie stellt man sich seine Zukunft und seine Ehe vor? Aber nicht nur „oberflächliche“ Themen, sondern auch kritische Fragen wie häufige Steitthemen werden besprochen.  Man lernt das vergeben. Was ich bis dahin nicht wirklich erfahren konnte. Und es ist ein so großer Segen, dem Partner zu vergeben und das einen selbst vergeben wird. Natürlich ist das nicht immer einfach, aber es war eine essentielle Erkenntnis. Denn wie oft geben wir irgendwann auf, weil wir uns betrogen fühlen und nicht mehr vergeben wollen.

Das Wollen ist die perfekte Überleitung zum nächsten Thema. Meine letzte Erkenntnis ist der Wille, sich immer lieben zu wollen. Da kann man jetzt sagen, natürlich will ich meine Frau/ meinen Mann immer lieben. Aber irgendwann  fühlt man sich vielleicht selbst nicht mehr richtig geliebt und so geht auch die Liebe zum Anderen verloren. Obwohl man das gar nicht so vor hatte. Die Herausforderung soll also sein, trotz schwieriger Zeiten sich ein Herz zu fassen und den Partner wieder lieben zu lernen. Und sich daran zu erinnern, was man sich versprochen hat.

Eine Buchempfehlung von mir ist von Gary Chapman – 5 Sprachen der Liebe. Dieses Buch hat meinen Horizont nochmal erweitert. Wer es nicht kennt – jeder spricht eine unterschiedliche Sprache der Liebe. Es gibt Lob und Anerkennung, Zweisamkeit, Geschenke, Zärtlichkeiten und Hilfsbereitschaft. Allein seine eigene Sprache herauszufinden ist nicht ganz leicht. Und die Liebessprache des Partners zu treffen ist noch schwieriger. Wahrscheinlich trennen sich deshalb viele Paare. Sie fühlen sich nicht geliebt, weil der Partner die Sprache nicht spricht, oder weil er davon ausgeht, dass man eine ganz andere Liebe bevorzugt. Und so reiht sich alles aneinander bis die Trennung folgt.

Ok, mir ist noch etwas allerletztes nach dem letzten eingefallen. Eine Ehe besteht nicht daraus immer glücklich zu sein oder es zu werden! Sie soll uns heilig machen. Meine Großeltern sind schon über 50 Jahre verheiratet und mein absolutes Vorbild. Sie haben es geschafft nie aufzugeben und an sich zu arbeiten und selbst heute noch habe ich immer das Gefühl, dass sie sich lieben. Auch wenn es sehr schwere Zeiten hab.

Jemand sehr ehrliches hat zu uns gesagt: “ Wenn wir da aufgehört hätten, wo es sehr schwer war, dann hätten wir so viele schöne Momente verpasst!“

Ich habe das Gefühl, dass heiraten eher seltener vorkommt, weil man noch nicht den richtigen gefunden hat. Aber dabei soll einem bewusst werden, dass die Ehe eine Entscheidung für den jeweiligen Partner ist. An der Liebe festzuhalten und das Ziel zu haben, für immer alles zu geben, dass die Beziehung besteht.

Ich wünsche mir manchmal, dass Ich diese Erkenntnis schon eher gehabt hätte. Aber ich wünsche es meinen späteren Kindern und euch allen.

Was denkt ihr über die Ehe? Oder habt ihr schon schwere Zeiten gehabt und trotzdem an der Beziehung festgehalten?

Herzlichst,

Pauline

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